Friday, August 15, 2014

Jede Frau braucht eine perfekte Hose

Und nur wenige haben die.
Alles hat damit angefangen, dass meine Mama sagte, dass sie keine richtig gut sitzende Hose hat.
Und das bei einer nähenden Tochter. Das geht natürlich nicht!
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Zu der Hose gab's gleich auch noch ein Top.
Ich habe schon lange von dem guten Ruf der Patrones-Hose gehört, von sehr vielen Hobbyschneiderinnen als auch Profis. Fast sofort fiel uns ein tolles Set ins Auge.
Das Modell ist aus Patrones 308.
Meine Mama hat einen Hüftumfang von 119cm, einen flachen, sehr hohen Po, sowie einen heraustretenden, runden Bauch. Mit allem drum und dran keine einfache Figur.
Die erste Anprobe ergab, dass ich an den Seiten und an dem Bauch mehr rauslassen müsste (Korrektur für den großen Bauch). Die Balance stimmte sofort! Was mir Probleme bereitet hat- es gab keine Kniemarkierungen, die gerade für die Balance enorm wichtig sind. Aber zum Glück habe ich das nicht gebraucht.

Fertige Hose. Die Hose hat einen runden Taillenbund,der sich direkt unter der Taillenfalte des Bauches befindet (damit beim Sitzen nichts drückt).

Viel schlimmer war die Bluse. 
Da eilt der Ruf von Patrones voraus, diesmal jedoch schlecht.
Da stimmte rein gar nichts. Wobei diese Unstimmigkeiten total unlogisch sind! Zum Beispiel die Längen von Schulterpasse und Vorderteil stimmten nicht überein, wobei (das muss ich betonen) die Passenlänge um 2cm länger (!) war. Da wird nichts eingehalten, zumal es im geraden Lauf zugeschnitten wird.
2. Das zweite Problem waren die Taillenpasszeichen. Es kann nicht sein, dass von der Hüfte bis zur Taille hinten die Strecke länger als vorne ist.

3. Der absoluter Horror war der Kragen. Er passte perfekt in das dafür vorgesehenes Halsloch, aber er würgte sogar meinen 36 cm weiten Hals, den meiner Mama erst recht. Und es stimmte so nicht mit dem Modell-Bild überein.
Ich musste den kompletten Ausschnitt vergrößern und dem entsprechend ein langes Halsband zuschneiden.
Es ergaben sich 18 cm MEHR Länge.


So schön ein Modell bei Patrones sein mag, ich werde mir demnächst gründlich überlegen, ob ich danach ein Modell nachnähe. Und vor allem geht das definitiv nicht ohne Probe!
Die Hosen bleiben davon selbstverständlich ausgenommen.

Denn 3 Hosen allein bei mir saßen auf Anhieb mit Mini-Korrektur!

Monday, August 11, 2014

Eigentlich könnte ich mir das niemals leisten...

Die Rede ist von Haute Couture...

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Ich kann mit Sicherheit sagen, dass ich in meinem Leben mir niemals ein Kleid oder Kleidungsstück von Haute Couture leisten können, aber ich bin auf dem besten Wege dahin, es doch irgendwann zu besitzen.

Meine erste Perlenstickerei habe ich für meine Freundin vor drei Jahren hergestellt. Mir war sofort klar, dass es nicht so einfach sein würde, wie ich mir das vorgestellt hatte. Ich beschränkte mich dann auf das Machbare und Mögliche meiner damaligen Fähigkeiten. Es war eine  Beschmückung dieses Kleides.

Es folgte eine Pause und im Herbst 2013 begann ein weiteres Projekt, dass ich bis zur Vollendung nicht zeigen möchte. Die Perlenstickerei ist aber fertig und hat fast einen ganzen Monat benötigt. Ich möchte dazu erwähnen, dass ich auch fünf Proben gestickt habe, bis ich die für mich richtige Farbe, die richtige Menge und die richtige Größe rausgefunden habe.

Und nun ergab sich für mich eine wahrlich glückliche Gelegenheit; von einer großen Meisterin ihres Fachs lernen zu dürfen. Noch mache ich nur erste Schritte, aber ich lerne und begreife die Techniken und bin absolut fasziniert !

Hier sind die Erzeugnisse meiner ersten Schritte auf dem Gebiet.
1. Die Blume aus den Blutenblätter, bestickt und befestigt auf dem Netz
 2. Ein bestickter Posament-Element/Knopf (wird als Dekoration ab und an bei Chanel verwendet)
 3. Volumen-Applikation auf dem Netz mit beweglichem Inhalt
4. Perlenstickerei auf dem Netz. Die sichernde Unterlage ist etwas dick,aber es war auch erstmal unwichtig.

5. Drapee mit Applikation. Auf diese Weise werden die Abendroben mit Drappierungen verschönert und befestigt.

Monday, August 4, 2014

Kombi mit Cambi

Vielleicht erinnert sich  die Eine oder die Andere an ein meiner ersten Vintage-Kleider Katjusha
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Nun trage ich es schon länger nicht mehr. Mit 41 möchte ich mich weniger mädchenhaft kleiden. Meine Tochter konnte aber das Kleid leider auch nicht tragen, denn die schulische Kleiderordnung verbietet freie Schultern. Wegwerfen könnte ich es nie, zu sehr lieben wir dieses Kleid und diesen französischen Batist.
Die Rettungsidee kam spontan auf. Das Beste, was ich machen konnte war, Cambi-Dress mit Katjusha zu kreuzen. Zum Glück hatte ich noch etwas Reststoff, aus dem ich den Rücken und die Träger neu zugeschnitten habe. Der Unterschied zwischen Cambi und Katjusha liegt vorne. Katjusha hat nicht nur eine Teilungnaht sondern + zusätzlichen Vintage-Abnäher an dem seitlichen Teil, was einer Formung der Figur zu Gute kommt.
Das Schwierigste an dem ganzen war der Rock. Denn er war als ganzes. Ich musste nun aber einen RV einsetzen, aber den Rock nicht zerschneiden, damit das umlaufende  Satin-Band keine Naht bekommt.

Also schnitt ich ein und machte zum Schluß einen Abnäher, der unauffällig ausläuft.
 So sieht das Ende aus. Beide Schichten des Rockes sind nur an der RV-Stelle verbunden.
Der untere Rock ist aus festem Popeline (noch Orignal) und ist als 1 Teil mit dem Oberteil verbunden.
Das Oberteil wollte ich sehr dünn halten, damit man sich im Kleid wohl fühlt.
Also machte ich das Futter aus feinstem Batist.
Da der Rock ziemlich schwer ist, unterlegte ich beim vernähen der Ober- und  Unterteile ein BW-Nahtband, sonst würden vermutlich Löcher entstehen oder schlimmstenfalls der ganze Stoff reißen.
Das Ganze sieht von innen so aus
Alle Kanten sind mit textilen Webeinlage-Streifen verstärkt.
Und natürlich hat Katjusha weiterhin den Tellerrock.
Fertig ist das Katjucambi!

Das alte Bolero hat hervorrangend zum Kleid gepasst.

Monday, July 28, 2014

Dirndl nähen, Teil 7

Die Schürze

Auf den ersten Blick sieht es gar nicht nach viel Arbeit aus. Tatsache ist aber, dass es fast alles per Hand gemacht wird mit gehöriger Portion Mathematik zur Hilfe.

Für die Schürze hatte ich 1m Stoff gehabt.
Für die Bänder und Bund habe ich 3 Streifen (vertikal, parallel zum Rand) x 10 cm abgeschnitten.
Der Rest ist die Schürze.
Schürzenlänge= Rocklänge - 3-4cm.
Bandlänge = Rocklänge + 20-25 cm für die Schleife.
Bei Österreichern wird die Schleife häufig hinten gebunden, die Bandenden sollte bis zum Saum reichen.
Der Winkel des Endes beträgt 60°.
Bundweite = Taillenweite - 3 cm.
Bundbreite im fertigen Zustand = 2,5cm.
Berechnung der Raffung: 1/2 Taillenumfang - 4cm.
Das war's schon :-)

Fangen wir an.

1.Die seitlichen Nähte werden mit 1/2cm per Hand gesäumt (!)
Solche Sache sind wirklich wichtig, weil sie entscheidend für den Fall des Stoffes sind. Macht man das mit der Maschine, wird es steif.
2. Das Stifteln wird OHNE Hansl ausgeführt und auch nicht mit Knopflochseide, sondern mit Nähseide/Nähgarn.
Bei den Niederösterreichern gibt's bei der Schürze nur 3 Reihen und sehr sehr feine Stiftelarbeit.
D.h. 3 mm breit und 3/4cm hoch.
Der Abstand zum oberem Abschnitt beträgt 1 cm.
Ich habe mir mit Hilfe von CAD das Papier zurecht gedruckt.
Falls jemand das braucht, kann er sich das hier runterladen.
3. Die gestiftelte Schürze wird von der Mitte aus gleichmäßig auf das Band gesteckt. Dabei muss man darauf achten, dass man sich immer noch innerhalb der ausgerechneten Grenzen befindet (1/2 Taillenumfang- 4cm).
 Wenn alles stimmt, dann kann man über die erste Stiftelreihe steppen.
4. Die Bänder werden an deren langen Seiten geschlossen, die kürzere Seite bekommt eine Abschrägung von 60°. Dann Wenden.

5. Das andere Ende bekommt eine Falte. Insgesamt sollte das Band auf die Breite vom Taillenbund kommen, also 2,5 cm.
6. Der Taillenbund wird an beiden Enden bis zur Raffung geschlossen.
 7.Die Bänder werden reingelegt und an der Seite zusammen mit dem Bund vernäht.
8.Gewendet sieht es dann so aus.
 9. Nun bliebt nur die Öffnung zu verschließen.
Dies wird selbstverständlich von Hand gemacht. Ich habe es anstaffiert.
Nicht vergessen die Schlaufe in der Mitte unterzunähen.
Die ist für den Knopf auf dem Bauch am Kittel, damit die Schürze nicht hin und her rutscht.
Die untere Reihe bei mir ist nur zur Stabilisierung der Fältchen, und damit sie gerade ist.
Das sind doppelte Schlingenstiche.
10. Der letzte Schritt:Saum. Je breiter, desto besser.
Der breite Saum verleiht das nötige Gewicht für die Schürze. Selbstverständlich wird auch hier alles nur von Hand angenäht ;-).
 Nochmal in Bildern.
So sehen die Schleife und der Bund geschlossen aus:
 Die Schleifenbänder gehen bis zum Saum:
Jetzt ist mein Dirndl fertig!