Sunday, November 9, 2014

Chanin, Chanel, Burda, Named.....

....Im Hause Oblonsky war alles und jeder verwirrt... ein typisches Zitat aus Anna Karenina (mit dem Satz fängt das Buch an) für die Russen, das verwendet wird, wenn tausend Sachen zusammen kommen....
Для русскоязычных: информация этого постинга содержится у меня в теме на сезоне здесь

Es hat sich so ergeben, dass ich viele Dinge unbedingt ausprobieren wollte,was in diesen paar Projekten zusammengepackt werden konnte.

Ich fange mit der Hose an.
Es ist die Boyfriend-Hose dere neuen Generation. Der Schnitt Wyome kommt von Named.

Ich hätte sie mir noch lockerer gewünscht. Sie hat eine leicht 90-er Silhouette.
Genäht habe ich sie aus einem Jeansstoff ohne Elastan. Absteppung habe ich mit Glow-Garn gemacht.
 Da ich nichts Dickes zu Hause hatte, steppte ich einfach alles mit 3-fachem Stich.
Die Tasche hat eine Maschinenstickerei mit ägyptischem Motiv bekommen.
Anpassungen bei dem Modell muss man mit großer Vorsicht genießen.
Denn es ist keine klassische Hose, da greifen ganz andere Gesetze!
Sobald man versucht etwas wegzunehmen, insbesondere vorne im Schritt, hat das sofortige, negative Auswirkung auf die Dynamik. Meine Korrektur war nur eine leichte Vertiefung der HM. Mehr nicht!

Nun zum Shirt.
Das ist vermutlich eines der meist nachgenähten Burdamodelle im diesen Jahr. Es macht keinen Sinn zu zählen, wie häufig es nachgenäht wurde.
Es handelt sich um Modell 114_09/2014








Genäht ist es aus aus Sommersweet, 100% BW, das gilt für beide Stoffe.
Das grau ist nicht wirklich grau, sondern hat blauen Melange, somit harmoniert es mit dieser Jeans hervorragend. Das Shirt soll so locker sein, aber in der kleinsten Größe fühle ich mich doch nicht so wohl mit dem Volumen aus den 80-ern...Sollte ich nochmal eins nähen, werde ich garantiert an jeder Seite mindestens 2cm wegnehmen.

Es hat sich gleichzeitig angeboten, die Technik Alabama Chanin + tropfende Chanel auszuprobieren und anzubringen.
Den detaillierten Vorgang zeige ich am Ende des Posts.


Nun zur Technik Alabama.
1. Die Schablone wird aus einem festen Karton ausgeschnitten.
 2. Die untere Lage mit der Textilfarbe in der Größe, die größer ist als das zukünftiges Muster, wird bemalt
3. Den Oberstoff wird mit der Schablone zusammengesteckt und die gleiche Textilfarbe aufgetragen.
nach 6h Trocknen wird das Ganze 8x von links gebügelt, damit die Farbe fixiert wird.
4. Mit Doppeltfaden wird die Kontur umgestickt.
 5. Mit einem Abstand von ca. 2mm wird von dem Kontur ausgeschnitten.

 6. Fertig!

Und zum Schluss mein Lieblingsfoto "Teuflisch" :-)

Thursday, October 30, 2014

Hosenanpassung - die häufigsten Korrekturen

Ich bekomme sehr häufig Anfragen bgzl. der Hosenanpassung.
Und langsam muss ich feststellen, dass obwohl die Figuren, Fälle und Fehler sehr verschieden sind, es häufig zu Basic-Korrekturen kommt, insbesonderen wenn die Frauen eine besonders weibliche Figur haben.
Deswegen habe ich mir überlegt, einmal etwas zusammen zu fassen, damit ich das nicht jedes Mal neu zeichnen muss.

Ich zeige es teilweise an den Bilder, die ich mal selbst zwischen durch gemacht habe.
Typische Schrägfalten aus dem Schritt (als Begleiterscheinung  kommen auch Falten an der Seite oben), die mit keiner bekannten Ein-Schritt-Korrektur in einem Schritt beseitigt werden kann.
Die Ursache: das hintere Hosenbein ist zu hoch gezogen zur Taillenlinie. Der höchste heraustretende Punkt am Po liegt zu hoch. So ähnlich kommt es auch, wenn durch die runde Hüfte die Hose an der Seite hochgezogen wird (in diesem Fall liegen diese Schrägfalten tiefer unter dem Po).
Hier ist die Erklärung zum Bild. Die hellblauen Linien zeigen die Richtung der Falten, mit grün ist der zu hoch gezogene höchste Po-Punkt markiert. Mit Magenta wird gezeigt, was passieren muss.
Und hier sind ein paar Beispiele vorher-nachher.
Zuerst erkläre ich am Kleidungsstück, was in diesem Fall mit der Hose passieren muss.
Man sieht deutlich, dass die Hüfte und der Po für die Rundung zu viel Länge für sich beanspruchen, so, dass der ganze Hosenoberabschnitt in sich selbst gedreht wird. Wir müssen demzufolge entgegenwirken und Entspannung einbringen. Das machen wir, indem wir an der hinteren Mittelnaht etwas rauslassen.
Das wäre unser Schritt 1.


Wir haben aber nicht auf einmal mehr Taille. Also, das, was wir hinzugefügt haben, müssen wir auch wegnehmen.Unser Schritt 2: An der Seite muss reduziert werden, und möglichst genau so viel, wie wir hinten an der HM hizugefügt haben. So bleibt uns unser Taillenbetrag erhalten.
Das Ergebnis dieser beiden Handlungen ist das hier (das hintere Hosenbein dreht sich im oberen Bereich).

Häufig reicht das jedoch nicht aus. Der Po senkt sich ab 30 Jahren und Frauen benötigen im unterem Bereich Platz, der in den Schnittmuster gar nicht vorgesehen ist.
Wir kommen zu Schritt 3, der Vetiefung des Sattels.
Konstruktiv gesehen sieht es so aus:

Je älter man wird, desto tiefer muss vertieft werden.
Leider wird diese Korrektur häufig falsch ausgeführt, nämlich so. Dadurch wird es ziemlich eng, denn viele glauben auch, dass sie einen flachen Po haben,was nicht der Fall ist.
Wie weit man vertiefen muss kann man nur empirisch in ganz kleinen Schritten ermitteln/testen.
Bitte nicht sofort alles wegschneiden!
Wenn die Korrektur an der Hose durchgeführt wird, sieht der untere Bereich dann so aus:

Wenn wir Schritt 3 gemacht haben und dem Po den benötigten Platz geschaffen haben, wird auch eventuell die hintere Mittelnaht zu lang. Schritt 4 ist nicht immer notwendig, kommt jedoch vor. Man rediziert die HM-Länge genau um den Betrag, den man für die Vertiefung gebraucht hat.

Zum Schluss noch ein paar abschließende Worte. Man sollte die Notwendigkeit und Wichtigkeit der Hossendressur( Bügeln und in Form ziehen) nicht unterschätzen oder vernachlässigen!
Gerade bei den Schritten 3 und 4 kann man ganz tolle Ergebnisse erzielen und so manche Defekte im wahrsten Sinne des Wortes ausbügeln!




Thursday, October 23, 2014

3 Blusen für Aschenputtel

Langsam beende ich die Blusen für mein Aschenputtel, also meine Mama.
Irgendwie hat es in Ihrem Leben nie eine Zeit gegeben, zu der sie gut gekleidet war. Es gab dafür kein Geld und keine Beziehungen, gute bezahlbare Bekleidung zu erhalten und sie litt darunter.
Das war unter anderem der Grund, warum ich mit 14 schon zu Konstruktions- und Nähkursen ging, die drei Jahre gedauert haben.

Для русскоязычных: информация этого постинга содержится у меня в теме на сезоне здесь

Ich nähe für meine Mama sehr langsam. Wenn sie kann, kommt sie zu den Anproben, obwohl zwischen uns immerhin über 100 km Entfernung liegen.

Die  Bluse Nr.1 ist eine Sommerbluse. Leider ist sie im Sommer nicht mehr fertig geworden.
Das ist ein ausgezeichnetes Burda-Modell. Lob an die Konstrukteure - die Ärmel sind ein Gedicht!
Burda Modell 137_05/2014



Der Stoff ist schrecklich. Sieht zwar aus wie Waschseide, ist aber keine. Es ist Viscose mit Polyester. Ich musste zwar Rücksicht auf das Budget meiner Mama nehmen, aber ich habe mir ab jetzt geschworen, mir zur Liebe nie wieder sowas noch mal zu tun.
Abgesehen, dass der Stoff sich überhaupt nicht legt und auch Hitze und Feuchtigkeit des Bügelns ignoriert, war das extrem schlimm, das Schrägband anzubringen.Normalerweise zieht man den Schrägstreifen, bevor man ihn anbringt. Unterm Eisen zog sich der Streifen auch, aber dann sprang er zurück zum Ursprung. Ich bin beinah wahnsinnig geworden.

Zum Fotografieren blieb uns wenig Zeit, daher habe ich es nicht mehr geschafft, ordentlich abzubügeln.

Die Abnäher habe ich direkt an meiner Mama selbst gelegt, es hat was mit ihren Besonderheiten zu tun.
Schulterlänge und Rückenbreite musste ich um 1cm je Seite kürzen und den Ärmel  dem entsprechend leicht versetzen.
Ich wiederhole es noch mal gerne, der Ärmel ist hier ein Gedicht! Nicht nur weil es wunderbar sich in Armloch legt, sondern obwohl er so schmal ist, dennoch viel Bewegung zulässt.
Laut dem Rat der Russen, die die Bluse schon genäht haben, habe ich Jabot um 2cm bis zur Schulterlinie verlängert. Meine Mama ist total begeistert. Sie hat seit 1967 von einem Jabot geträumt.

 Jetzt zu den Feinheiten des Jabots.
Den Rand habe ich mikro-zizackt. Dies ohne Probleme und ohne Fehler mit meiner Nähmaschine zu schaffen, ist meiner Meinung nach nur mit Spezialfüsschen Nr. 10 von Bernina möglich.
Ich erkläre warum das so ist.
Auf den ersten Blick sehen die Füsschen Nr.5 und Nr.10 fast identisch aus.
Der entscheidende Unterschied aber besteht in der  Länge der  Trennplatte.
Bei Nr.5 geht sie durch, bei Nr.10 hört sie genau vor dem Loch auf.

Genau dies ermöglicht den Zickzack so mikroklein zu halten und so präzise  und sogar ohne die Hände an der Maschine zu halten
Bei dieser Längen-Breiten-Einstellung wird genäht, wie man sieht, ganz ohne Hände. Der Stoff wird von alleine von dem Füsschen gesteuert.

Damit man sieht wie mikroklein und wie präzise es ausgeführt ist, habe ich paar Gegenstände daneben gelegt.
 
Bluse Nr. 2 kommt aus Holland, Knipmode  Modell 33_12/2011

Genäht aus dem gleichen Stoff wie bei der ersten Bluse (Horror!).
Der Ausschnitt war viel zu offenherzig. Ansonsten habe ich auch noch auf die Mittelnaht vorne verzichtet. Abnäher selbst gemacht, leicht in der HM oben was weggenommen, sonst keine Veränderugen.
Sorry für die Bilder, Ich habe es auf die Schnelle den Polyester nicht rausgebügelt bekommen.

 Die Bluse Nr. 3  stammt ebenfalls  aus Burda, Modell 132_04/2014




Aber diesmal aus fantastischem  schwerem Viskose-Satin genäht. Es sieht aus und fühlt sich an die echte schwere Seide. Bis dahin kannte ich nicht mal so einen Stoff.

Passformmäßig 0 Korrektur, nicht mal bei den Abnäher,was bei der Mama immer ein Problem ist.

Das Modell sieht vor, dass man Halsausschnitt völlig offenkantig lässt. Das würde bei dem Stoff gar nicht gehen. Satinwebung ist dazu völlig ungeeignet.
Daher habe ich den Ausschnitt sicher gemacht, indem ich ihm einen eins zu eins Beleg zugeschnitten habe und verstürzt angenäht habe. Danach habe ich Ausschnitt wie eine Lage verarbeitet.
Ripsband wird zum Schluß angenäht.