Monday, June 27, 2016

"Das Geheimnis des Herzens". Ich lebe in Deutschland mit Russland in der Seele

Zum Kleid meiner Tochter komme ich in einem anderen Post.

Для русскоязычных: информация этого поста содержится у меня в теме на сезоне здесь

ich kenne keinen Russen, der nicht stolz wäre, ein Russe zu sein. Dazu gehört auch die Verehrung der russischen Jahrhundert-Traditionen. Eine dieser Traditionen ist z.B. das Tragen von Tüchern der Pavlo-Posadskij Manufaktur. Diese Tücher sind sehr kostbar und teuer, weil sie sehr aufwendig gemacht werden. Sie bestehen aus 100% Wolle, die sehr fein(darüber weiter unten) ist. Die Fransen können ebenfalls aus Wolle sein, sind aber überweigend aus 100% Seide.
Hier habe ich Bilder zusammen gestellt, um eine Vorstellung zu haben, wie so ein Tuch entsteht.

Meiner Inspiration hat das Modell aus Burda 129_11/2013 gedient.


Jedes Design bei den PP-Tücher hat einen eigenen Namen. Meines hieß "Das Geheimnis des Herzens" und war 125 cm x 125 cm.
Die Kunst, ein Kleidungsstück zu kreieren, besteht darin, so gut wie möglich das Muster auszunutzen. Es ist eine riesige Herausforderung für jede Schneiderin. Für mich war es eine weitere Herausforderung, keinen Fehler zuzulassen, da die Tücher in Deutschland einen Luxuspreis haben und ich mir nicht mehr als ein Tuch leisten konnte. Deswegen machte ich mir eine CAD-Skizze und legte die Teile auf das Tuch. Daraus entstand diese Skizze, die mir auch beim Zuschnitt sehr geholfen hat.
Ich kenne kaum eine Russin, der die Hände vor dem Zuschnitt eines PP-Tuches nicht zittern würden. Ich verbinde es mit Wertigkeit, Würdigung und Respekt gegenüber der Arbeit, die in so einem Tuch steckt. Ich habe sehr lange gebraucht, um los zu legen.

Beim Zuschnitt habe ich englische Stecknadeln, die man für Karozuschnitt benutzt, eingesetzt. Die Alternativ wäre, auf der Folie die Teilmuster aufzumalen und dann gespiegelt aufzulegen.
Meine erste Überlegung war, diese glänzende Seide zu verwenden, die ich aber dann doch unpassend fand,weil ich es plötzlich vor meinem dritten Auge transparent sah.
Ich hätte nicht damit gerechnet, dass es so schwierig sein würde, diesen royalblauen Ton bei Chiffons zu finden. Zum Glück konnte meine Chefin mir über Ihre Kontakte einen bestellen. So bekam ich einen wundervollen changierenden Chiffon, der sich in längs- und Querrichtung stabil verhält und mit dunkelblau/schwarz changiert.
Zuerst habe ich auf dem Chiffon mit Schneider-Seife markiert.
Später habe ich erfahren, dass die Stickerinnen der Luneville-Technik auf transparenten Stoffen diese Japanische Stifte verwenden, die schon bei Bügelstufe 2 einfach verschwinden.
Die Knöpfe habe ich ebenfalls von meiner Chefin machen lassen.
Der gesamte Tuch wiegt, wenn ich mich nicht irre, 212 gr.
Die Wolle ist sehr locker und sehr dünn.
Alle folgene Fotos sind schon nach dem Tragen des Kleides entstanden.

Die Belege sind mit hauchdünner flexibler Vlieseline verstärkt, um das Kleid nicht zu beschweren.
Hier ist obere Halsbeleg. Den Schnitt habe ich auf Grund der vorheringen Erfahrungen der Hobbyschneiderinnen im Vorfeld um 1.5 cm vorne vertieft, und im Rücken durch Reduzierung der Weite ebenfalls die Kurve angepasst.
 Auch bei den Belegen war das eine Herausforderung das Muster in der Rundung exakt zu erwischen.


 Innen machte ich das Futter aus Venezia.
Im Vorfeld habe ich auch gelesen,dass man die Nähte mit Vlieseline-Streifen verstärken sollte, um die Faser zu stabilisieren, wo die Belastung größer ist. Dafür habe ich eine Wirkvlieseline genommen.
Auch unterm RV ist ein Vlieseline-Streifen.
Innennähte der Ärmel und Armlöcher sind mit dünnen französischen Nähten versehen.
Und nun ein paar Tragefotos die in der Eile entstanden sind. Ich muss ehrlich gestehen: Mir war gar nicht danach, mich fotografieren zu lassen.
Der exakt passende Palantin zum Kleid ist reiner Zufall. Den hat mir vor zehn Jahren eine Freundin aus dem Urlaub in Indien mitgebracht, ebenfalls dünne 100% Wolle.
Damit konnte ich gut die Strecke von dem Parkhaus zum Eventsaal überbrücken.

Thursday, March 31, 2016

Farbmarkierung für schnelles Finden

Ich habe mich die ganze Zeit schon gefragt; Warum kann man nicht alle Nadeln so markieren, dass man sie ohne Lupe unterscheiden kann? Mir verschiedenen Nagellacken oder permanent Markern hat es bedingt funktioniert.
Schmetz macht es schon seit einer Weile. Aber was haben mir die Farben bei Markennadeln zu sagen?Warum sind es 2 Farben?  Wie kann ich sie  unterscheiden?
Nun habe ich endlich die Antwort darauf gefunden. Kein Verwechseln mehr.
Jetzt nur ausdrucken oder auswendig lernen. Die Lupe brauche ich dafür nicht mehr.

Friday, March 25, 2016

Sage "Nein!" zum Kleinen Schwarzen

Dieses Thema beschäftigt mich schon seit vielen Jahren.
Ich hatte einen inneren Konflikt durch die folgenden zwei Aspekte:
-Die  Regel "jede Frau soll/muß das kleine Schwarze in der Garderobe besitzen"
-mein Farbtyp ist "Sommer", der eigentlich kein schwarz verträgt
Genau so lange beschäftige ich mich auch mit den Farbtypen, weil Kundenberatung zu meinem Beruf dazu gehört.
Allgemein gilt die Farbe schwarz als die ulitimative Farbe für ihre Kompatibilität mit anderen Farben und anderen Teilen und Accessoires der Garderobe. Und das ist mehr als fragwürdig, denn nur ein einziger Farbtyp, nämlich der Winter, kann sich erlauben, schwarz zu tragen und dabei wirklich gut auszusehen.

Aber besser wäre es mit einer kleinen Geschichte anzufangen. Die große Bedeutung dieser Farbe haben wir Chanel zu verdanken. Sie hat sich nicht zufällig dazu entschieden, die ganze Welt in schwarz zu kleiden. Sie hat die Liebe ihres Lebens durch einen tragischen Unfall verloren. Die Tatsache, dass ihr Geliebter verheiratet war, hinderte sie daran, öffentlich zu trauern. Die Wahl ihrer Farben wurde ausschlaggebend dafür, ihre Trauer zu zeigen. Weiter folgte eine erfolgreiche Marketing Strategie,denn schließlich war sie eine hervorragende Geschäftsfrau. Sie erfand das "kleine Schwarze".
Das "klein" bezieht sich aber keinesfalls auf die Länge des Kleides, sondern auf das Minimum an Akzenten im Kleid- kein Schmuck, keine Details.
Nach wie vor gilt die Farbe schwarz als Farbe der Trauer, Feierlichkeit oder Eleganz.

In letzter Zeit beobachte ich immer häufiger, dass sich zunehmend Frauen anlässlich einer Hochzeit für schwarz entscheiden. Bei der Hochzeit unseren Bekannten waren sogar alle Besucherinnen in schwarz gekleidet, wie bei einer Beerdigung- und das Mitten in Juni!

Wie erwähnt: Schwarz steht nur dem Farbtyp "Winter".  Und Chanel war genau wie die vielen Französinnen, die ihre Kreationen kauften, ein Winter-Typ.
Winter ist die typische Schneewitchen-Frau: blasse Haut, dunkle Haare-sehr starke Kontraste.
Trägt die Winter-Frau also eine schwarze Bluse, wirkt alles gleich harmonisch: Ihre Gesichtskonturen bleiben wie sie sein sollen, sodass sie nicht älter aussah. Auch ihre Hautfarbe bleibt optisch unverändert.
Nun, wenn ein Sommer-, Frühlings- oder Herbst-Typ die Bluse anzieht, entsteht eine Disharmonie zwischen dem Gesicht und dem Kleidungsstück. Es entsteht der Eindruck, dass das Kleidungstück und das Gesicht eine unabhängige Eigendynamik entwickeln.
Wenn man so einer Frau auf der Strasse begegnet, dann hat man das Gefühl, dass das Kleid geht-Man nimmt die Frau darin überhaupt nicht wahr.

Interessant wird es dann, wenn ich sage, dass mir das vor Jahren aufgefallen ist. Ich habe es genau beobachtet, konnte mir aber den Grund für die Wirkung nicht erklären.
Hier sind meine persönliche Beispiele. Ich bin ein Kontrast-Sommer-Typ.
Dieses Foto wurde gemacht als ich 29 Jahre alt war! Das Foto habe ich 10 Jahre später in meiner Bewerbung eingesetzt, weil es endlich vom Alter zu meinem Gesicht passte :-)!
Das zweite Mal ist mir das aufgefallen, als ich mein Vintage-Kostüm fotografierte.
Ich hatte sofort das Gefühl, dass ich um ein paar Jahre gealtert war. Und blasser sah ich ebenfalls aus. Hier habe ich auch hervorragendes Beispiel zum Vergleich, weil ich glücklicherweise dasselbe zwei Mal fotografiert habe, einmal selbst und einmal vom Fotografen. Ich sehe einfach bei beiden Versionen älter aus, als ich tatsächlich bin. Und das liegt genau genommen am schwarz, was mein Gesicht umrandet.
Tja, noch schlimmer sieht es bei meiner Tochter aus. Sie ist ein klarer Frühling. Wenn sie schwarz  trägt, sieht sie aus wie eine Wasserleiche. Da ich sie im Blog nicht unzensiert zeige, kann ich leider nicht demonstrieren,wie schwarz bei ihr wirkt. Dafür kann ich 4 Bilder von Nicole Kidman in schwarz zeigen.

Was also tun, wenn man kein Winter ist?
Für die Trauer kann man immer noch schwarz tragen, aber gut aussehen wird man dadurch nicht.
Man würde wesentlich effektvoller, schöner und gesunder aussehen,wenn das Kleine Schwarze gar nicht schwarz wäre.

Farbberater empfehlen den Typen Frühling und Sommer sehr vorsichtig mit der Farbe schwarz umzugehen. Dagegen raten sie dem Herbst-Typ: Finger weg vom schwarz!
Ich bin kein ausgebildeter Stylist und Farbberater. Daher kann ich nur empfehlen, was allgemein gültig ist:
-Sommertyp: anthrazit, marine, nachtblau
-Frühlingstyp: royalblau, beige, dunkle Brauntöne aus der Farbpalette
-Herbst: mocca

Hier ist noch kleines positiv-Beispiel: grau + Sommertyp.

Ich hoffe, ich konnte mit meinem Post einen weiteren Mythos aus dem Weg räumen.